Vorletzte Woche sind wir aus der Kleinstadt ins Dorf gezogen. Unser Wohn- und Firmensitz befinden sich nun in einem idyllischen ländlichen Umfeld zwischen Düsseldorf und Wuppertal, im bildschönen historischen Dorf von Haan Gruiten.
Unser neues Domizil ist denkmalgeschützt und schon ein paar Hundert Jahre alt, die räumliche und technische Ausstattung jedoch eher neu. Da dies ein Kochblog ist, interessiert euch sicher die Küche am meisten. Sie ist vor allem eines: großzügig!
Wohnküche heißt unser neues – im Dorf und anderswo häufig vertretenes – Raumprogramm und bietet der Familie jede Möglichkeit, den hektischen Kochwilligen abzulenken, in Gespräche oder Spiele zu verwickeln, sich aber nachher zu beklagen wenn das Essen nicht fertig ist. Vorbei ist es mit dem beherzten Schließen der Küchentür, wenn ich ein schnelles Gericht zaubern und nicht dauernd vom Bobbycar angefahren werden möchte…
Dafür können mir alle beim Kochen zuschauen und auch mithelfen. Ich trainiere nebenher die Nachwuchsköchinnen.
Allerdings suche ich mich zur Zeit noch dumm und dusselig, denn die Schränke in der vom Vorbesitzer übernommenen Küche sind großzügig im Raum verteilt, aber geizen mit Stauraum.
Merke: Viele Oberschränke mit jeweils geringer Tiefe (28 cm) erhöhen die Laufleistung des Koches.
Ich vermisse meine 40 cm tiefen Oberschränke. Davon brauchte ich dann nur 3-4 und konnte das gesamte Geschirr unterbringen.
Der Unterschrank-Kühlschrank ist unpraktischerweise in Schubladenform. In gekrümmter Haltung muss man von oben im Kühlschrank wühlen und mit Hebelwirkung wie bei der Untertischmontage kleine Schubfächer rausziehen um an die Butter zu kommen. Ein Gefühl wie in einem Wühltisch zu graben. Um das Chaos komplett zu machen, gibt es einen gläsernen Einbaukühlschrank am anderen Ende des Hauses. (Gefühlt ist der Weg 30 m lang). Allein durch die unklare Kühlsituation hat sich mein Zeitaufwand fürs Kochen in den letzten zwei Wochen vervielfältigt. Ich weiß nämlich derzeit nie genau, welche frischen Produkte in welchem Zustand sind und wo sie sich genau befinden.
Gestern haben wir beschlossen, dieser Situation ein Ende zu bereiten und einen neuen Solitärkühlschrank anzuschaffen, der dann im Wohnküchenbereich eine tragende Rolle spielen darf. Es ist noch nicht raus, ob es ein vanillefarbenes „Oldtimer“ Modell werden wird (will meine Frau) oder lieber ein zweitüriger top-bewerteter Bauknecht Edelstahlkühlschrank mit integriertem Wasserspender und Crushed Ice Spender (will ich). Es wird noch gerungen. Wetten werden noch entgegen genommen.
Tatsache ist, dass eine neue Küche eine neue Ordnung braucht und ich habe mal wieder festgestellt, wie wichtig es fürs schnelle Kochen im Alltag ist, dass Töpfe und Geschirr schnell zugänglich sind. Töpfe gehören einfach in die Nähe vom Herd, das Kochbesteck und Messer ebenfalls. Wohin mit Gewürzen? Natürlich ebenfalls in die Nähe vom Herd, z.B. in der schmalen Schrankfläche vor der Abzugshaube (so hatte ich es in meiner letzten Küche) oder im separaten Gewürzregal an der Wand. Das fehlt mir hier noch und ich verliere viele Minuten, wenn ich die Gewürze aus einer schmalen Lade auf der anderen Küchenseite raussuchen muss. Jeder zusätzliche Meter, der mich von Töpfen, Schüsseln und Kühlschrank trennt, verlängert die Zubereitungszeit.
Gläser und Geschirr brauchen nicht so nahe am Herd zu sein wie Töpfe, Besteck, Rührgeräte, Messer, Schüsseln und Gewürze. Vorräte dürfen ebenfalls mehr Abstand halten. Waschbecken und Mülleimer gehören zueinander und sollten nicht weit von Kühlschrank und Arbeitsfläche angeordnet sein.
Ich brauche durch die aktuell noch nicht optimale Aufteilung meiner Küche zur Zeit wirklich fast doppelt so lang für das Kochen. Das nur mal so am Rande erwähnt. Und wie gesagt, eine weitläufige Küche mit vielen Metern Arbeitsfläche ist kein Allheilmittel. Besser kleiner und kompakt, große Schranktiefen und optimal eingerichtet.
Ein großes Plus und sehr praktisch in meiner neuen Küche ist eine Öffnung von der Arbeitsfläche, in die man die Grünabfälle fallen lassen kann. Ebenfalls genial finde ich ein großes Fenster aus dem ich von der Spüle aus blicken kann und vor dem meine Küchenkräuter gedeihen werden. So muss ich nicht immer auf die Terrasse laufen wenn ich mal ein Zweiglein Rosmarin brauche.
Das war ein erster Report vom neuen Domizil. Nächstes Mal erfahrt ihr, wie es sich im Dorf so einkaufen lässt.
Viele Grüße von
Pit
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